Sozialpädagogik
Auf den Wohngruppen des Schulheims Röserental werden Kinder und Jugendliche in einer ziel- und lösungsorientierten Entwicklungsarbeit zu einer verantwortlichen Lebensgestaltung angeleitet.

Dazu gehört der Erwerb von:
- sozialer Kompetenz
beschreibt die Fähigkeit, miteinander zu lernen, zu arbeiten und zu leben, also den anderen Mensch wahr zu nehmen und mit ihm zu kommunizieren. Als Mitglied einer Gruppe Verantwortung zu übernehmen, andere Meinungen und Werthaltungen zu ertragen und die Bereitschaft, Konflikte mit anderen friedlich zu lösen.
- lebenspraktischer Kompetenz
sind all die Fähigkeiten, die es braucht, um einen Alltag selbständig bewältigen zu können. Mögliche Ziele im Bereich der lebenspraktischen Kompetenz können beispielsweise sein: Pünktlichkeit am Arbeitsplatz, in der Schule oder bei Terminen und die Wichtigkeit darin erkennen. Selbständigkeit bei der Herstellung von Ordnung und Sauberkeit, Engagement, Qualität und Zuverlässigkeit bei den Ämtli, Sorgsamkeit im Umgang mit eigenem und fremdem Eigentum.
- Selbstkompetenz
bedeutet, eigene Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und damit situationsgerecht umgehen zu können. Selbstkompetenz ist die Fähigkeit, die eigene Identität zu erarbeiten, zu erproben und zu bewahren. Mögliche Ziele im Bereich Selbstkompetenz können sein: Wahrnehmungsfähigkeit von eigenen Stimmungen und Gefühlen, sich mitteilen, Aggressionen und Emotionen zuordnen können. Initiative ergreifen, Neues ausprobieren, eigene Ideen und Meinungen entwickeln und vertreten, Entwicklungsziele planen und umsetzen.
Die Umsetzung der obenstehenden Ziele orientiert sich in Theorie und Praxis an sozial- und sonderpädagogischen Standards.
Darin enthalten sind eine individuelle Betreuung (Bezugspersonensystem), rollenbewusste Gestaltung der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Lebens auf den Wohngruppen und der Einbezug des sozialen Umfeldes.
Grundlagen für unsere Arbeit sind verlässliche, vertrauensvolle Beziehungen, die den Jugendlichen Halt und Zuversicht geben.
Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist während des gesamten Aufenthaltes der Kinder und Jugendlichen ein wesentlicher Bestandteil unserer Aufgabe.
Neben den alltäglichen Erziehungsprozessen dienen uns Unternehmungen, Feste, Sportturniere, Gruppenwochenende, Schulprojektwochen, Lager, Minicamps und andere Herausforderungen als Mittel zur Umsetzung unserer pädagogischen Ziele.
Schulische Sonderpädagogik
Indem im Rahmen der internen Heimschule Lernwiderstände abgebaut und die Freude am Lernen geweckt wird, soll die Grundlage für eine erfolgreiche Schulbiographie gelegt werden, in welcher der Erwerb von Fachkompetenzen wieder eine zentrale Rolle einnehmen kann.

Das drei Säulen Schulmodell
Die 3 Programme:
Basisprogramm
Das Basisprogramm ist Teil der Schulkonzeption neben dem Normalprogramm und dem Trainingsraumprogramm. Im Rahmen der Sozialpädagogik wird das Programm durch das entsprechende Wohngruppenteam durchgeführt. Schwerpunkt bildet die längerfristige Intervention zum Training der Selbst- und Sozialkompetenzen.
Normalprogramm
Beim Eintritt ins Schulheim oder jeweils in der ersten Woche eines neuen Schuljahres findet eine einwöchige Diagnosephase statt, in welcher für die Fächer Deutsch & Mathematik die individuellen Lernstände ermittelt werden.
Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 & 2 (6. & 7. Schuljahr) werden in der Lerngruppe (max. 8 Schüler/innen) zusammengefasst und als Klasse geschult. Die Sekundarniveaus A & E werden beide in der Lerngruppe angeboten. Die Lerngruppe wird teilweise im Teamteaching geschult um der grossen Binnendifferenzierungsanforderung besser gerecht werden zu können. Zentrales Thema der Lerngruppe ist der Aufbau einer intrinsischen Lernmotivation.
Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 3 & 4 (8. & 9. Schuljahr) werden in der Fördergruppe (max. 16 Schüler/innen) zusammengefasst. Alle Schulfächer werden jeweils parallel in zwei Niveaus angeboten und durchgeführt. Jeder Jugendliche hat somit die Möglichkeit, jedes Fach in einem angepassten Schwierigkeitsgrad zu besuchen. Somit entstehen homogenere Lerngruppen in welchen Lernpartnerschaften fruchtbar gedeihen können. Selbstständigkeit wird in der Fördergruppe zum zentralen Thema und es wird intensiv an der Reintegration in öffentliche Angebote gearbeitet.
Das Lerngruppenprogramm stellt klare schulische Anforderungen an die Jugendlichen. Die inhaltliche Orientierung erfolgt am Lernplan der Sekundarschule Basel-Land.
Trainingsraumprogramm
Ausgangslage für das Trainingsraumprogramm bildet das Wissen und die Erfahrung, dass Ressourcen im Selbst- und Sozialkompetenzbereich durch intensives Training erfolgreich gefördert werden können. Mit einem lerntheoretisch begründeten Ansatz werden zielgerichtet mangelnde Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler trainiert und neues Verhalten eingeübt. Das Trainingsraumprogramm wird in der Regel für einzelne Jugendliche oder Kleingruppen (max. 4 Schüler/innen) eingesetzt. Es ist zeitlich beschränkt und folgt einem individuell definierten Trainings- und Rückkehrplan.
Das Trainingsraumprogramm bildet üblicherweise eine ergänzende Intervention zum Lerngruppenprogramm. Schülerinnen und Schüler, die ein immer wiederkehrendes Kompetenzendefizit im Verhaltensbereich aufweisen und den Unterricht in den Lern-, oder Fördergruppen stören, werden mit einem spezifischen Auftrag ins Trainingsraumprogramm geschickt.
Das Trainingsraumprogramm nimmt auch eine Bindegliedstellung zwischen Lerngruppenprogramm und Basisprogramm eimn. Übertritte zwischen dem Basis- und dem Lerngruppenprogramm werden vom Trainingsraumleiter koordiniert und begleitet.
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